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Neues zum Tabak- und Nikotinkonsum in Österreich

Aktuelle Zahlen, Daten und Fakten rund um das Thema Rauchen, Nikotinabhängigkeit und neue Rauchprodukte zeigen weiterhin Handlungsbedarf in Österreich.

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Jährlich sterben in Österreich rund 8.500 Menschen an den Folgen des Rauchens. Das entspricht zehn Prozent aller Todesfälle in Österreich. Nach einem kontinuierlichen Rückgang seit 2004 steigt der Zigarettenkonsum leider seit 2020 wieder an. Zahlen aus dem Jahr 2024 zeigen, dass nach wie vor rund 1,6 Millionen Menschen in Österreich rauchen. Das sind immerhin 21 % der Bevölkerung (ab 15 Jahren), darunter 24 % Männer und 18 % Frauen. Jährlich sterben 2.366 Männer und 1.770 Frauen an einem Bronchialkarzinom.

Zwar hat sich der Zigarettenkonsum bei Jugendlichen seit 2002 halbiert, dennoch rauchen vier bis sechs Prozent aller 15-Jährigen. Sechs Prozent aller 15-Jährigen konsumieren zudem täglich Nikotinbeutel. Auch der Konsum von E-Zigaretten nimmt ständig zu. So hat er sich zwischen 2015 und 2020 verdoppelt und von 2020 bis 2022 nochmals mehr als verdreifacht. Fünf Prozent der Männer und vier Prozent der Frauen konsumieren täglich oder fast täglich E-Zigaretten. Jährlich müssen rund 1.500 Personen wegen einer Nikotinvergiftung stationär aufgenommen werden. Dabei sind 58 % der Betroffenen jünger als vier Jahre, 13 % zwischen zehn und 14 Jahren und 8 % zwischen 15 und 19 Jahren alt. Auf Platz eins liegen dabei Vergiftungen durch Zigaretten und Tabak, auf Platz zwei Vergiftungen durch Nikotinbeutel.

Die Industrie entwickelt gezielt Produkte, die nicht unter die geltenden Gesetze fallen. Der Gesetzgeber hinkt meist hinterher. Auch die vorherige österreichische Regierung konnte sich nicht auf dringend notwendige gesetzliche Regelungen und eine neue Tabak- und Nikotinstrategie (inklusive Tabakerhitzer und Nikotinbeutel) einigen. Diese Produkte nehmen aber nicht nur in Österreich, sondern international zu. Diese Konsumtrends sabotieren die Erfolge der Antiraucherstrategien der letzten Jahrzehnte. Leider gibt es in diesem Themenbereich eine breit gefächerte Zuständigkeit und wirtschaftliche Interessen, sodass der Kampf gegen die Tabakindustrie weitergeht. In Österreich wurden mit der Novelle des Tabak- und Nichtraucherinnen- bzw. Nichtraucherschutzgesetzes (TNRSG) bereits erste Schritte unternommen, um diese Themen in den Griff zu bekommen. Aktuell werden weitere Themen (Raucherverbot auf Kinderspielplätzen, tabakfreie Nikotinersatztherapien etc.) politisch abgestimmt. Außerdem stehen eine Novelle des Steuergesetzes (Regelungen für Liquids von E-Zigaretten und Nikotinbeutel, das sind nikotinfreie Beutel mit Aufputschmitteln) sowie eine Novelle des Tabakmonopolgesetzes (Verkauf von Nikotinbeuteln, Lizenzsystem für E-Zigaretten-Geschäfte und Regulierung des Handels mit Hanfblüten) bevor. Zu hoffen bleibt, dass sich Österreich im Sinne des Gesundheitsschutzes der Bevölkerung, insbesondere der Kinder und Jugendlichen, weiterhin zu einem umfassenden Nichtraucherschutz bekennt und durch gesetzliche Regelungen eine gute Basis für eine erneute Reduzierung des Tabak- und Nikotinkonsums schafft.

Zuletzt aktualisiert am 12. Januar 2026