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Am 31. Mai 2020 ist Weltnichtrauchertag!

Zum Weltnichtrauchertag 2020 ruft die WHO dazu auf, die Jugend vor Tabak- und Nikotinkonsum  zu schützen

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Wenn Jugendliche erste Erfahrungen mit Tabakwaren machen, spielen vor allem Neugier, Gruppendruck, Werbung und Verfügbarkeit  der Substanz eine große Rolle. Auch führen bewusst gesetzte Maßnahmen der Tabakindustrie dazu, dass  Kinder und Jugendliche eher zu Tabak- und Nikotinprodukten greifen. Das  Zusetzen von Aromen, die Förderung von neuartigen Produkten als gesunde Alternative zu Zigaretten, schlanke und attraktive Designs, Zigarettenautomaten an von Jugendlichen stark frequentierten Orten sind nur einige davon.  Je früher  Kinder Jugendliche mit dem Rauchen anfangen, desto schwerer fällt ihnen später sich das Rauchen wieder abzugewöhnen und umso höher ist der Tabakkonsum später[1].

In Österreich ist die Anzahl der  täglichen Raucher/-innen unter Kinder und Jugendlichen erfreulicherweise rückläufig, dennoch liegt die Raucherprävalenz bei Jugendlichen in Österreich noch immer über dem EU-Schnitt[2] [3]. Besonders alarmierend ist die hohe Anzahl an Raucher/-innen unter österreichischen Lehrlingen: Mehr als die Hälfte greift regelmäßig zur Zigarette, viele davon tun dies auch am Arbeitsplatz[4]!

Mit welchen Maßnahmen können wir Jugendliche schützen?

Die wirksamsten Maßnahmen, um Kinder und Jugendliche vor den Gefahren des Tabakkonsums zu bewahren, ist vor allem das  Zusammenspiel von  Jugendschutz- und NichtraucherInnenschutzgesetzen, z.B.  Anhebung der Bezugsaltersgrenze auf 18 Jahre, Rauchverbote in Schulen, Gastronomie und öffentlichen Orten , Einschränkung der Verfügbarkeit, Preiserhöhungen, verpflichtende Warnhinweise etc. Aber auch Apps, massenmediale Kampagnen,  sog. Influencer auf Socialmedia Kanälen und vor allem auch die Aufdeckung  von Manipulationsstrategien können einen entscheidenden Beitrag leisten, um den Einstieg in eine langjährige Raucherkarriere von Jugendlichen zu verhindern. Außerdem orientieren sich Kinder und Jugendliche  stark an Personen in ihrem Umfeld, d.h. Eltern, Lehrer/-innen, Ausbildner/-innen, etc. üben eine zentrale Vorbildwirkung aus: Nichtrauchen und  eine ablehnende Haltung gegenüber dem Rauchen der Kinder und Jugendlichen - auch wenn man selbst raucht - ist enorm wichtig. Denn nicht zu Letzt ist es von zentraler Bedeutung, Nichtrauchen als soziale Norm zu etablieren[5] [6].

Schließlich muss in der Debatte über Präventionsmaßnahmen im Jugendalter auch beachtet werden, dass es bereits Raucher/-innen in dieser Altersgruppe gibt, die potentiell wieder aus dem Konsum aussteigen wollen. Da ein Rauchstopp mit Unterstützung leichter gelingt berät das österreichweite Rauchfrei Telefon kostenlos, ein weiteres Unterstützungsangebot ist die Rauchfrei App. Dazu ergänzend bietet die österreichische Sozialversicherung bundesweit ein umfassendes Entwöhnungsangebot an:

Weitere Infos unter:

www.rauchfrei.at

Tel.:  0800 810 013



[1] Deutsches Krebsforschungszentrum (2008).Rauchende Kinder und Jugendliche in Deutschland – leichter Einstieg, schwerer Ausstieg. Rote Reihe Tabakprävention und Tabakkontrolle. Band 8 Heidelberg.

[2] Felder-Puig, R., Teutsch, F., Ramelow, D., Maier, G. (2019). Gesundheit und Gesundheitsverhalten von österreichischen Schülerinnen und Schülern. Ergebnisse des WHO-HBSC-Survey 2018 Wien: Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK)

[3] Hojni, M., Delcour, J., Strizek, J., Uhl, A. (2020). ESPAD Österreich 2019. Wien: Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK)

[4] Felder-Puig, R., Ramelow, D., Teutsch, F., Tropper, K., Maier, G., Vrtis, D., Gugglberger, L. (2020): Gesundheit, Gesundheitsverhalten und Gesundheitsdeterminanten von österreichischen Lehrlingen.Ergebnisse der Lehrlingsbefragung 2018/19. Wien: Institut für Gesundheitsförderung und Prävention

[5] Langeder A. (2016). Beeinflussung des Rauchverhaltens von BesucherInnen von Jugendlokalen in Graz durch die Folgen der Tabakgesetznovelle. Diplomarbeit, Medizinische Universität Graz.

[6] Pickl, E. (2018). Tabakprävention bei Kindern und Jugendlichen. Maßnahmenempfehlungen. Graz: Institut für Gesundheitsförderung und Prävention.

Zuletzt aktualisiert am 16. Juni 2020